Glaube, Aberglaube und das theologische Erbe der Medizin (2011)

Dieser Artikel erschien in: Praktische Theologie 46 (2011), S. 8-13.

Ursprüngliche Zusammenfassung (im Manuskript)

Der Begriff des Glaubens hat in der Medizingeschichte eine schillernde Bedeutung. Es ist eine alte Erkenntnis der Ärzte, dass der Glaube einen Kranken heilen und einen Gesunden krankmachen und sogar töten kann. Was in früheren Zeiten der so genannten weißen oder schwarzen Magie zugerechnet wurde, erscheint aus heutiger Sicht als Wirkung von heilsamer oder schädlicher Suggestion bzw. Autosuggestion. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts spricht man von Placebo- und Nocebo-Effekt. Wunder- und Glaubensheilungen, Besessenheit und Exorzismus, wie sie nicht zuletzt das Neue Testament (Christus medicus) überliefert, bedeuten bis heute eine Herausforderung für die wissenschaftliche Medizin, die das religiöse („übernatürliche“) Geschehen rational erklären möchte. In psychologischer bzw. psychodynamischer Hinsicht sind jedoch „Glaube“ und „Aberglaube“ gleichermaßen wirksam und als therapeutische Faktoren praktisch nicht voneinander unterscheidbar, ähnlich wie „Magie“ und „Religion“ medizinhistorisch kaum voneinander abgegrenzt werden können. Die hier schlaglichtartig vorgestellten Verbindungsstücke zwischen Religion und Medizin betreffen nicht nur die Vergangenheit. Sie berühren untergründig auch die Gegenwart und sind im kollektiven Unbewussten weiterhin wirksam. Schließlich ist eine wissenschaftliche Weltanschauung kritisch zu hinterfragen, die sich selbst als eine (Ersatz)Religion aufspielt.

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