Eros und Thanatos. Spekulationen über Tod und Sterben in der Medizin (1986)

Im Wintersemester 1985/86 hielt ich an der Universität Münster im Rahmen der Ringvorlesung “Leiden, Sterben und Tod” diesen Vortrag:

Eros und Thanatos. Spekulationen über Tod und Sterben in der Medizin. In: Leiden, Sterben und Tod. Eine Ringvorlesung im Auftrag des Instituts für Theorie und Geschichte der Medizin und des AStA der Universität Münster. Hrsg. von Johanna Geyer-Kordesch, Peter Kröner und Horst Seithe (Schriftenreihe der Westfälischen Wilhelms-Universität; NF Heft 7): Mün­ster: Aschen­dorf 1986; S. 70-91.

Hier die PDF-Datei zum Herunterladen.

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Nachrichten aus dem Bonner Universitätsleben — in: Bonner Universitätsblätter 1996

Seinerzeit hatte ich die Ehre, diese “Nachrichten” zusammenzustellen, die in den “Bonner Universiätsblättern 1996” abgedruckt wurden (S. 77-86).

Hier als PDF.

Eine Erinnerung an vergangene Zeiten, als diese Hefte noch mit der handwerklichen Buchdruckkunst von Manfred Hehl (Fachberatung Druck, Neuwied) hergestellt wurden. Auch die Festschrift “Universitätkliniken und Medizinische Fakultät Bonn 1950 – 2000” hat dieser Meister komponiert, siehe hier.

Tiermenschen – Menschentiere. Medizinhistorische Anmerkungen zur „Würde“ (2004)

Mein Artikel

Tiermenschen – Menschentiere. Medizinhistorische Anmerkungen zur „Würde“

erschien in: Menschenwürde. La Dignité de l’Être Humain. Redaktion Emil Angehrn und Bernard Baertschi  (Studia Philosophica;  Vol. 63/2004). Basel: Schwabe 2004; S. 243-261. 

Hier die PDF-Datei zum Herunterladen.

Hier zum Text des Manuskripts.

 

Medizin, Naturphilosophie und Magie. Johann Laurentius Bausch aus medizinhistorischer Sicht (2008)

Auf dem Leopoldina-Symposium anlässlich des 400. Geburtstags von Johann Laurentius Bausch in Schweinfurt (Bibliothek Otto Schäfer) vom 29.09. bis 1.10.2006 hielt ich einen Vortrag. Das überarbietete Manuskript wurde unter dem ursprünglichen Titel (siehe oben) veröffentlicht in:

Die Gründung der Leopoldina – Academia Naturae Curiosorum – im historischen Kontext. Johann Laurentius Bausch zum 400. Geburtstag.

Hrsg. von Richard Toellner, Uwe Müller, Benno Parthier und Wieland Berg. Acta Historica Leopoldina 49 (2008); 333 S.; darin: S. 191-214.

Hier der Artikel als PDF zum Herunterladen.

 

Magic of Nature: On the Mystery of Healing (2018)

This book will appear within the next few days. Here the cover:

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It’s in English and gives an outline of my 2-volumed book “Magie der Natur: Historische Variationen über ein Motiv der Heilkunst”.

You may order it via Books on Demand Bookshop or Amazon.

Text of the back cover:

What does “magic of nature” mean? Starting with the placebo effect and its relevance for biomedical research and clinical practice of today, this treatise focusses on diverse historical concepts of the “healing power of nature”. This topos was fundamental for natural medicine, life reform movement, suggestive therapy, hypnotism, romantic natural philosophy, and mesmerism. Such a retrospection leads to the crucial concept of “natural magic” (Latin: magia naturalis), which was essential for early modern medicine and natural science. At that time, Nature (Latin: natura) was revered as a divine creator of natural things in the service of God, as a mediator of His wisdom for the inquiring humans. So, Nature was personified in many ways as a wise woman or magician, mystically adored by alchemists. At the end, the study returns to the present age. It reflects critically modern sexology and sexual medicine confronting them with spiritually guided practices of “sexual magic”.

Heinz Schott is an Emeritus Professor of the History of Medicine at the University of Bonn (Germany)

Alternative or Complementary Medicine: History and Legacy (2017)

This article was published in Cancer Genetics and Psychotherapy. Because of the copyright, it’s only possible to indicate the link to the original publication (metadata see below). 0001.jpg

Eine weitreichende Anregung — Versuch einer Würdigung von Dieter Janz (1920-2016)

Mein Grußwort zum 90. Geburtstag von Dieter Janz ist hier zu finden.

Der Berliner Neurologe und Epileptologe Dieter Janz, Gründungsvorsitzender und Ehrenmitglied der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft, verstarb am 25. Dezember 2016. Nun ist auf Initiative von Rainer Jacobi, dem derzeitigen Vorsitzenden der Gesellschaft, eine Würdigung von Dieter Janz in den Mitteilungen der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft Nr. 36 (2017) erschienen. Diese kleine Denkschrift versammelt die Erinnerungen einer Reihe von Personen, die mit Verstrobenen in der einen oder anderen Weise verbunden waren.

Im Folgenden mein Text, der im Rahmen der oben genannten Mitteilungen unter der Überschrift “Eine weitreichende Anregung” abgedruckt wurde.  

 

Eine weitreichende Anregung

Von Heinz Schott

Dieter Janz begegnete mir zum ersten Mal im Januar 1996 in Bonn – zwei Jahre, nachdem er die Viktor von Weizsäcker Gesellschaft mitgegründet hatte und ihr erster Vorsitzender geworden war. Er besuchte mich damals zusammen mit Rainer Jacobi im Medizinhistorischen Institut. Die beiden kamen mit dem Anliegen auf mich zu, den Nachlass Viktor von Weizsäckers in meinem Institut zu archivieren. Dieser war bislang von dessen Tochter Cora Penselin in ihrem Haus in Röttgen, einem Bonner Stadtteil, aufbewahrt worden. Als Leiter des für Medizingeschichte zuständigen Instituts vor Ort schien ich der richtige Kooperationspartner zu sein. Was die beiden nicht wissen konnten: Bereits 30 Jahre zuvor war ich als Medizinstudent in Heidelberg vom Weizsäcker’schen Denken „infiziert“ worden, und zwar in spannenden (und mitunter spannungsreichen) Seminaren von Wolfgang Jacob, meinem Doktorvater, einem Schüler Viktor von Weizsäckers. Er leitete seinerzeit am Pathologischen Institut die „Abteilung für Dokumentation, soziale und historische Pathologie“. Seit einem Vierteljahrhundert hatte ich jedoch den Kontakt zur Heidelberger Weizsäcker-Gemeinde verloren. So schloss sich für mich bei dieser ersten Begegnung mit Dieter Janz ein biografischer Bogen und ich wurde plötzlich wieder von jener geistigen Atmosphäre meiner Studentenzeit eingeholt. Ich erklärte mich spontan bereit, den Nachlass zu übernehmen. Daraufhin meinte Dieter Janz in seiner handfesten Art: „Sie müssen dann natürlich auf jeden Fall Mitglied der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft werden!“ Wie hätte ich ihm widersprechen können? So wurde ich Mitglied und der Nachlass konnte einige Jahre später in Kooperation mit der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn vom Medizinhistorischen Institut übernommen werden. Aber bis dahin war viel Arbeit nötig. Erste Besichtigungen des Bestandes ließen schnell erkennen, dass es einer systematischen Erschließung und Ordnung der Materialien bedurfte, um Möglichkeiten späterer Editionen zu erkunden. Die von Dieter Janz ausgehende Anregung wurde zum Auftakt einer sich bis heute erstreckenden und noch längst nicht abgeschlossenen Arbeit am Nachlass Viktor von Weizsäckers, der sich als reichhaltiger erwies als zu erwarten war. Am Anfang stand ein erfolgreich beantragtes DFG-Projekt, dessen wohl wichtigstes Ergebnis die Weitergabe des Weizsäckerschen Nachlasses an das Deutsche Literaturarchiv Marbach war. Hier sei vor allem für die verständnisvolle Unterstützung von Cora und Siegfried Penselin gedankt – und nicht zuletzt für die langjährigen Bemühungen von Rainer-M.E. Jacobi.

Wie kein anderer hat Dieter Janz die Viktor von Weizsäcker Gesellschaft zum Handeln angetrieben, Diskussionen angezettelt und kritische Fragen gestellt. Ich habe ihn als unermüdlichen Mitstreiter auf Tagungen und Mitgliederversammlungen lebhaft vor Augen – an keiner dieser Veranstaltungen in der über 20jährigen Geschichte der Gesellschaft hatte er gefehlt. Auch an dem für die Weiterarbeit wichtigen „Heidelberger Seminar“ im Oktober 2016 hätte er sehr gern teilnehmen wollen, aber dann schien ihm doch die Anstrengung zu groß. Er war kein Freund großer Gesten und leerer Worte. Immer zeugte sein Auftreten von einem sachlichen Interesse, einem weitreichenden Überblick – und nicht selten von einer klaren Vorstellung, wohin der Weg zu gehen habe. Er scheute keine Anstrengung und auch keine Auseinandersetzung, wenn es um die Sache ging: die Wirksamkeit unserer Gesellschaft nach innen und außen. Seine nicht zu verbergenden patriarchalischen Züge traten auf faszinierende Weise hinter die Ausstrahlung seiner Persönlichkeit zurück. Fast schon wie ein Magier schlug er Anhänger und Skeptiker, Freunde und Schüler in den Bann.

Dieter Janz gehörte wie mein eigener Vater jener Generation von Ärzten an, deren Ausbildung im NS-Staat sich den Anforderungen des Kriegs anzupassen hatte. Als er 1988 emeritiert wurde, war ich gerade auf einen Lehrstuhl berufen worden. Er hat also den digitalen Umbruch, die Ökonomisierung der Universitäten, die Quantifizierung wissenschaftlicher Leistung mit Impactfaktoren, Ranking und Leistungsorientierter Mittelvergabe nicht mehr in voller Schärfe im Amt erlebt. So konnte er es manchmal nicht fassen, dass Instituts- und Klinikdirektoren zur Realisierung bestimmter Vorhaben nicht mehr so schalten und walten konnten, wie er es gewohnt war. Er konnte dann gleichsam aus dem „Off“ sehr hartnäckig bestimmte Zielvorstellungen formulieren und im Interesse des betreffenden Anliegens Druck ausüben. Er war ein „nachhaltiger“ Stratege: verehrt, geachtet und manchmal auch gefürchtet.

Mein persönliches Verhältnis zu Dieter Janz war von gegenseitigem Respekt geprägt. Nähe und Distanz hielten sich im Gleichgewicht, eine solide Grundlage für eine gute Zusammenarbeit. Darüber hinaus aber stiftete unsere gemeinsame Pfälzer Heimat eine sympathetische Beziehung zwischen uns. Ich habe Dieter Janz nie so lustig, impulsiv und frei assoziierend erlebt als in den Augenblicken, wo wir gemeinsam in unser Pfälzer Wir-Gefühl eintauchten. Er liebte es dann, coram publico mit erhobener Stimme und in echtem Dialekt die „pälzisch Weltgeschicht” von Paul Münch zu rezitieren, insbesondere die ersten Verse: „Do meene als die dumme Leit, / Wer Biecher schreibt, der wär’ gescheit …“ Darüber konnten wir beide, die wir so manche Bücher geschrieben hatten, aus vollem Herzen lachen – was in meinem inneren Ohr immer als Erstes wieder erklingt, wenn ich an Dieter Janz denke.