Uwe Pörksen: Glückwunsch zum 80. Geburtstag, eine “Laudatio” (2015)

Die “Laudatio” auf den Freiburger Germanisten und Schriftsteller Uwe Pörksen, der am 13. März 1935 in Breklum geboren wurde, erschien im

Leopoldina-Jahrbuch 2015 (2016), S. 194-196 ( Leopoldina Reihe 3, Jahrgang 61).

Sie wurde vom Präsidenten der Leopoldina Jörg Hacker mitunterzeichnet.

Hier der Link auf das Jahrbuch (PDF). 

 

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Prof. Dr. med. Rainer Tölle (1932-2014) — Ein Nachruf auf den Münsteraner Psychiater

Mit Rainer Tölle verband mich eine jahrelange intensive freundschaftliche Zusammenarbeit: Wir verfassten gemeinsam die “Geschichte der Psychiatrie – Krankheitslehren, Irrwege, Behandlugnsformen”, die 2006 im Verlag C.H. Beck (München) erschienen ist. Im Folgenden das Manuskript meines Nachrufs, den das Deutsche Ärzteblatt am 30.01.2015 [DÄ 112 (2015), H.5, C 163] in etwas gekürzter Form veröffentlicht hat.    

Nachruf

Universitätsprofessor Dr. med. Rainer Tölle starb am 19. Oktober 2014 im Alter von 83 Jahren. Nach seiner Habilitation 1965 bei Walter Schulte an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Tübingen war er dort als Oberarzt tätig. 1972 wurde er auf den Lehrstuhl für Psychiatrie an die Universität Münster/Westfalen berufen, wo er die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie bis zu seiner Emeritierung 1998 leitete. Er hat als Kliniker und Hochschullehrer, der sich der “pluridimensionalen Psychiatrie” in der Tradition der “Tübinger Schule” verpflichtet fühlte, Maßstäbe gesetzt. Hier wäre insbesondere das Lehrbuch “Psychiatrie” (inzwischen 16 Auflagen) zu nennen, das er erstmals 1971 zusammen mit Walter Schulte, später als Alleinautor und schließlich zusammen mit Klaus Windgassen veröffentlichte. Zu seinen fachlichen Schwerpunkten, zu denen er einschlägige Monografien verfasste, zählten depressive Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und Wahnkrankheiten. Die Einbeziehung von Psycho- und Soziotherapie in die psychiatrische Krankenversorgung lag ihm besonders am Herzen. Von 1977 bis 2002 war er Fachredakteur für Psychiatrie in der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion des Deutschen Ärzteblattes und gab in diesem Rahmen zusammen mit Elmar Doppelfeld den Sammelband „Alkoholismus: Erkennen und Behandeln“ (2004) heraus.

Hervorheben möchte ich unser gemeinsam verfasstes Buch “Geschichte der Psychiatrie: Krankheitskonzepte, Irrwege, Behandlungsformen” (2006). Es stellt das Ergebnis einer langjährigen freundschaftlichen Zusammenarbeit dar, bei der sich ein Kliniker und ein Medizinhistoriker stetig aufeinander zubewegten und tatsächlich zu einer gemeinsamen Sprache gefunden haben. Eine so geglückte Interdisziplinarität habe ich vorher und nachher nicht erlebt. Rainer Tölles ärztliche Hinwendung zu den Patienten, seine Redlichkeit und Aufrichtigkeit in wissenschaftlichen wie persönlichen Angelegenheiten werden nicht nur mir unvergesslich bleiben.

Heinz Schott (Bonn)

[Text hat 250 Wörter]

 

Töllle 2015 nachruf

Erschienen im Deutschen Ärzteblatt 112 (2015) H. 5, S. C163